Intona

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Leipzig ca. 1890, 16 Zungen, 
mechanische Tonabtastung, 
Metallplatten mit 222 mm Durchmesser, 
ca. 60 Stück.

 

Intona-Organette

Das abgebildete Intona-lnstrument ist ein typisches Beispiel für Organetten. Das sind einfache Instrumente, die als Tonquellen sogenannte Zungenstimmen eingebaut haben, wie sie auch bei Handorgeln, Harmonien oder Mundharmonikas vorkommen. Die Erfindung der Zungenstimmen erlaubte eine einfache, billige, weil industriell herstellbare, "Tonquelle". Während andere mechanische Musikinstrumente oft teuer waren und somit eher von wohlhabenderen Leuten gekauft wurden, fanden die Organetten beim "gewöhnlichen" Volk grosse Verbreitung. Verschiedene Hersteller in ganz Europa und Nordamerika produzierten ab ca. 1860 mehrere Dutzend unterschiedliche Instrumenten-Typen. Aus patentrechtlichen Gründen war der Einfallsreichtum sprichwörtlich grenzenlos. So fanden als Notenblatt (Speicher) für die Steuerung Karton- und Blechplatten mit Löchern, Blechplatten mit Nocken, Bänder aus Blech oder Pressspan, Kartonfaltbänder, Blechringe, Endlospapierbänder und Papierrollen bis zu Holzwalzen mit Stiften Verwendung. Eine oder mehrere Reihen (Register) von Zungen wurden eingebaut. Kein Gehäuse glich dem anderen. Von einzelnen Fabrikanten weiss man, dass sie mehrere Hunderttausend Stück hergestellt haben. Die Instrumente wurden in "aller Welt" verkauft. Entsprechend war auch der Bedarf an verschiedenen Musikstilrichtungen. Ein Katalog der damaligen Zeit listet über 4000 Titel auf, inkl. Zulu-Kaffer-Musik! Einfache Ausführungen von Organetten wurden um 1885 für unter 10 Mark angeboten, Noten dazu für 20 Pfennig. Nach der Jahrhundertwende wurden die beliebten Volksinstrumente sukzessive durch das noch beliebtere Grammophon abgelöst.

 

Funktionsweise der Intona-Organette

Funktionsweise Intona Handkurbelantrieb über zwei Zahnräder, wobei die Platte aussen und innen geführt wird. Gleichzeitig werden die zwei Blasebälge bewegt. Die Bälge füllen sich beim Öffnen mit Luft und pressen diese beim Schliessen in den Hohlraum unter den Zungen. Das mit dem Hohlraum verbundene Magazin sorgt für einigermassen konstanten Druck. Löcher in der Platte erlauben dem Abtaster eine Bewegung nach oben. Dadurch öffnet das Zungenventil und die Luft aus dem Hohlraum streicht an der Zunge vorbei ins Freie. Diese beginnt sofort zu schwingen. Je nach Grosse erzeugt sie einen höheren oder tieferen Ton. Die eingebauten 16 Zungen erlauben die Wiedergabe von verschiedensten Melodien.

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© Peter Hunziker, Bänkelsänger und Liedermacher, CH-3400 Burgdorf

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